Über Uns

Das Haven-Volck stellt sich vor

Wer wir sind

Der gemeinnützige Haven-Volck e.V. – Verein für Kulturelle Geschichtsvermittlung hat sich im Jahr 2010 gegründet. Er bestand vorher unter anderem Namen bereits 7 Jahre als Interessengemeinschaft.

Die Mitglieder setzen sich zusammen aus Geschichts- und Bildungsinteressierten aus Potsdam und Berlin. Begonnen hat alles, als der Großteil noch studierte, doch auch nach dem Studium und dem Eintritt ins berufliche Leben ging es für einige von uns weiter. Wir sind Historiker, Pädagogen, in der freien Wirtschaft unterwegs und bringen unsere jeweiligen Talente und Interessen in dieses Projekt ein. Man findet uns oft auf historischen Veranstaltungen in der Region Berlin/ Brandenburg. Wir arbeiten mit Schulen, Universitäten, Museen und außerschulischen Bildungseinrichtungen zusammen. Unser Engagement reicht dabei von niedrigschwelligen Kurzworkshops auf Märkten und musealen Veranstaltungen, z.B. Kurrent-Schreiben mit Federkiel und Tinte, bis hin zu einer Ausstellung mit mehreren wissenschaftlichen Vorträgen (in Planung für 2017).

Seit dem Jahr 2015 arbeiten wir verstärkt mit dem StadtrandELFen e.V. aus Potsdam zusammen. Gemeinsam unterstützen wir uns bei unseren Projekten und Festen, entwickeln Ideen im Bereich außerschulischer Bildung und setzen diese um. Im Bornstedter Norden haben die StadtrandELFen eine Wiese gepachtet, die Habichtwiese, die wir ebenfalls bespielen und für unsere Zwecke nutzen können.

Was wir tun

Grundsätzlich versteht sich unser Verein als Brücke zwischen (geschichts-)wissenschaftlicher Arbeitsweise und Gesellschaft, sowie als Vermittler kultureller Bildung und kritischen Denkens außerhalb staatlich-institutioneller Einrichtungen.

Durch die öffentliche Vermittlung historischen Wissens und die kritische Auseinandersetzung mit historischen Gegebenheiten und Gewissheiten (Bereich Angewandte Geschichte) sollen auch der Blick für heutige ökologische, soziale, kulturelle und politische Mechanismen geschärft und verantwortungsvolles Handeln gefördert werden.

Wir verfolgen damit einen „dekonstruktivistischen“ Ansatz, der historisches Wissen nicht ohne Ziel verbreiten will, sondern durch das Problematisieren dieses Wissens Sehgewohnheiten irritieren und Gewissheiten hinterfragen will. Schließlich lassen sich so erneut Verbindungen ziehen, sich an zunächst Fremdes anzunähern.

Dabei ist das sogenannte „Living History“, also gelebte Geschichte, das Hauptmedium, mit dem wir arbeiten. Es bietet den Interessierten eine direkte, ästhetische Erfahrung, anders als im regulären Unterricht.

Man kann ausprobieren, fühlen, riechen, schmecken und über dieses Erleben lernen. Darüber hinaus wird die Verbindung zum kulturellen, sozialen Leben mit dem Publikum thematisiert. Das Erleben bietet hierfür einen idealen Zugang, zu den sogenannten „Schlüsselproblemen“ der Menschheit und es stellt sich die Frage, wie wurde diesen damals begegnet und wie begegnen wir ihnen heute? Gibt es (bessere) Alternativen?

Wie wir das tun

Im ersten Schritt erfolgt die wissenschaftliche Recherche. Beschäftigen wir uns beispeilsweise mit der materiellen Kultur des Färbens, recherchieren in historischen Quellen (digital, in Archiven, in Museen) die notwendigen Gegenstände, deren Gebrauch, Vorkommen und Herstellungsweisen.

Im zweiten Schritt versuchen wir die Erkenntisse in Living-History-Projekten nachzuempfinden. Wir besorgen/ bauen die benötigten Gegenstände, experimentieren damit und halten fest, was klappt, was nicht klappt, befragen im Zweifel Experten und andere, die selbst schon Versuche in diese Richtung unternommen haben. Erstaunlich oft gelingt etwas nicht – denn die meisten Schritte sind in verschiedenen Quellen unterschiedlich oder zum Teil auch unvollständig beschrieben. Dies liegt auch darin begründet, dass bestimmtes Wissen damals allen, die es betraf geläufig war, und somit nicht niedergeschrieben werden musste – zum Leidwesen des modernen Lesers.

Wenn wir zufrieden mit den Ergebnissen sind, so entwickeln wir im dritten Schritt ein außerschulisches Bildungsprojekt daraus. So bauen wir im nächsten Jahr beispielsweise Färbepflanzen an, um mit diesen anhand historischer Rezepte Kleidung und Stoffe im Rahmen eines pädagogischen Projekts mit einer Grundschulklasse zu färben. Hierbei soll zugleich deutlich werden, wie langwierig, schwierig und auch schädlich dieser Prozess ist, dass Färbereien daher außerhalb von Städten und Ortschaften waren und natürlich stellt sich darüber hinaus auch die Frage, wie und wo wird heute gefärbt. Selbstverständlich verwenden wir in den Experimenten ausschließlich ungiftige Rezepte.